30.01.24
Sicherungskonzept nach Ausbruch auf dem Prüfstand

Bad Reichenhall - Die Justizvollzugsanstalt in Bad Reichenhall stellt ihre Sicherungsmaßnahmen grundlegend auf den Prüfstand. Der Grund: Im Dezember konnte ein Häftling kurzzeitig ausbrechen, berichtet die Passauer Neue Presse.
Der Ausbruch soll so gelaufen sein, wie er auch in Hollywoodfilmen gern gezeigt wird. Der 28-jährige Häftling habe mit Hilfe von Essbesteck den Mörtel an der Zellenwand weggekratzt und auf diese Weise ein Loch in die Außenmauer gegraben. Durch dieses Loch habe er sich hindurchgequetscht und dann mit einem Bettlaken abgeseilt, heißt es in dem Zeitungsbericht. Weit kam der Flüchtige aber nicht: Schon am nächsten Tag wurde er in Traunstein wieder verhaftet. Seitdem sitzt er in der JVA in München.
Die Haftanstalt in Bad Reichenhall reagiert laut Bayerischem Justizministerium auf den Vorfall. Gefangene sollen in Zukunft nicht mehr so nahe an Außenmauern untergebracht werden. Auch ansonsten will die Anstalt ihre Sicherungsbedingungen gründlich überarbeiten.
Der betroffene Gefangene sitzt übrigens in Haft, weil er u.a. in eine Serie von Diebstählen auf Friedhöfen und in Kirchen im Landkreis Traunstein verwickelt sein soll.